Jahr: 2020

Berner Oberland

Kleiner Rückblick

Letzte Woche hatte ich Geburtstag. Einen runden. Ursprünglich wollte ich an diesem Tag eine 50er-Jahre-Party machen. Aber dann kam Corona und es war nicht klar, ob man überhaupt ein Fest feiern kann. Deshalb habe ich alle Planung sein lassen und mich kurzfristig für einen Tag der offenen Gartentür entschieden. Es war ein wunderschöner Tag, für den ich einfach danke sagen möchte. Ich wurde so reich beschenkt! Mit den Menschen, die gekommen sind (manche von weit her), und manche, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Mit Glückwünschen und Blumensträussen, die mit der Post hereingeflattert sind, mit einem Traumwetter und natürlich auch mit richtigen Geschenken. Eins davon ist dieses tolle Bild. Heimlich bin ich schon lange drum herum geschlichen. Es ist das „Berner Oberland“ von Sofie Safranek. Ein Name, den man sich merken sollte (wie ich finde). Ich hätte nie im Leben damit gerechnet, dass ich das Bild zum Geburtstag bekomme. Was für eine Überraschung! Vorübergehend hat es einen Platz am Schuppen bekommen. Aber keine Sorge, jetzt ist es sicher in der Wohnung, auch wenn …

Schwarz-weiß

Was ich über Rassismus gelernt habe Irgendwann letztes Jahr ging ein Aufschrei durch die Handarbeitscommunity. Es ging um Rassismus und Diversität und ich habe das Problem ehrlich gesagt nicht verstanden. Wir sind alle Menschen und überall gibt es Idioten Idiot*innen und nette, freundliche Menschen. Ist doch egal, wer welche Hautfarbe hat, oder? Die kurze Antwort: nein. Man muss nur ganz vorsichtig an diesem Lack kratzen, dann merkt man schnell dass es leider überhaupt nicht egal ist. Ich lebe in der blütenweißen Mitte Mitteleuropas. Ich bin weiß. Meine Umgebung ist weiß. Mein Freundeskreis ist weiß. An mir ist nix Besonderes, ich bin ganz normal. Und genau da liegt das Problem. Auf den ersten Blick spielt Rassismus in meinem Alltag keine Rolle. Aber wenn man genauer hinschaut vielleicht doch. Ich fahre viel mit dem Zug. In unserer kleinen Grenzstadt steht oft die Bundespolizei am Bahnsteig und hat die aussteigenden Fahrgäste fest im Blick. Ganz selbstverständlich werden nur ausländisch aussehende Menschen nach ihren Papieren gefragt. Ich kann einfach vorbeigehen, ohne kontrolliert zu werden. Ok, man mag einwerfen, die …

Erfolgsmeldung!

Mich hat der Ehrgeiz gepackt. Das passiert selten, aber wenn es passiert, dann kommt mir besser niemand in die Quere! Zum ersten Mal war es der Fall, als ich Fahrradfahren gelernt habe. So wird es zumindest berichtet. Während meiner Schulzeit hat der Ehrgeiz dann stark nachgelassen, aber das ist eine andere Geschichte. Die aktuelle Herausforderung war: der Hosen­grund­schnitt. Uaaah. Immer wieder habe ich versucht, einen passenden Hosenschnitt für mich aufzustellen. Und jedes Mal habe ich irgendwann aufgegeben. Die unvollendeten Stücke liegen auf dem Hosenfriedhof aka auf dem Boden irgendwelcher vergessener verstaubter Schachteln. Aber diesmal habe ich es durchgezogen. Ich habe getüftelt, probiert, geändert, geflucht und mich vor dem Spiegel verrenkt, aber jetzt bin ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Um nicht zu sagen, ich bin ein bisschen stolz. Ok. Sehr stolz! TaDaa! Das bin ich in meiner Probehose. Na, was sagt Ihr? Es ist zwar nur eine Probehose. Aber es ist die Mutter aller Hosen, die da bald kommen werden. Stay tuned!

Das große C

Neulich, als ich den Erdbeeren beim Reifwerden zugeschaut habe, kam es mir plötzlich. Wie hieß die Sorte nochmal? Da war doch was. Hieß die nicht – man traut es sich fast nicht auszusprechen – Korona?! Doch. Die Erdbeersorte in unserem Garten heißt ernsthaft Korona. Aber Korona mit K. Nicht mit C. Man kann sie gefahrlos essen. Ein Glück. Aber natürlich mache ich mir auch über das Corona mit C Gedanken. Es ist das erste Mal, dass ich bewusst ein Jahrhundertereignis miterlebe. Die Jahrtausendwende zähle ich jetzt mal nicht dazu, dann das war ja nur eine Zahl ohne Konsequenzen. Und dass diese Pandemie Konsequenzen hat, das kann ja wohl wirklich niemand leugnen. Wir im Hause K. haben großes Glück. Wir sind gesund, wir haben genug Platz und als gebürtige Stubenhockerin macht mir das Daheimbleiben auch nicht viel aus. Ich bin zwar in Kurzarbeit, aber ich kann im Homeoffice arbeiten und muss mich auch nicht zusätzlich noch um Homeschooling etc. kümmern. Klar vermisse ich auch ein paar Sachen. Vor allem vermisse ich es, meine Eltern und meine …

Back to Back(en)

übersetzt heisst das: Zurück zum Backen! 2019 kann ich mich nicht erinnern, ein einziges Brot gebacken zu haben. Das kann so nicht weitergehen, dachte ich mir und habe gestern schon das dritte (!) Rezept dieses Jahr ausprobiert. Ich habe mich nämlich selbst ausgetrickst und mir vom Christkind einen online-Brotback-Kurs gewünscht. Ja, sowas gibts! Alles wird genau erklärt, und alle drei Rezepte bisher sind super geworden. Ein Weizenbrot (zu schnell verspeist um es zu fotografieren), Semmel (siehe Foto oben) und ein Milchbrot (siehe Foto unten) sind es bis jetzt geworden. Das war ein feines Frühstück heute morgen! Seit dem Kurs weiß ich endlich, wann ein Teig (jedenfalls aus Weizen- und Dinkelmehl) fertig geknetet ist. (Nämlich dann, wenn man ein kleines Stück Teig so auseinander ziehen kann, dass sich eine dünne Haut bildet, ohne dass der Teig reißt). Und weil ich keine Knetmaschine habe (und auch keine will), weiß ich auch, dass von Hand kneten ein bisschen länger dauert. Wer hätt’s gedacht :-). Aber es ist auch faszinierend zu beobachten, wie aus einer ziemlich klebrigen Masse irgendwann …