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Jasper Fforde

Ich liebe Jasper Fforde. Vielmehr — halten wir die Bälle mal flach —  liebe ich die Bücher von Jasper Fforde. Persönlich habe ich ihn noch nicht kennengelernt.

Jasper Fforde hat eine Sience Fiction Welt erschaffen, in der Literatur die Hauptrolle spielt. Wegen ihm habe ich »Sturmhöhe« von Emily Brontë und »Große Erwartungen« von Charles Dickens gelesen. Jane Austen musste ich nicht lesen, die kannte ich schon vorher. Er schreibt kompletten Blödsinn, der aber totalen Sinn macht und hat eine überbordende Fantasie, die bei mir grenzenlose Bewunderung hervorruft.

Die Heldin heißt Thursday Next. Schon allein der Name!  Thursday ist  Polizistin in einer Einheit, die für Ordnung im Literaturwesen sorgt. Shakespeare ist z. B. eine ganz große Nummer und eine Aufführung von Richard III. bei Thursday Next erinnert eher an eine Rocky-Horror-Picture-Show-Vorstellung bei uns. Im Verlauf der Serie lernt Thursday, sich in die Buchwelt hineinzulesen und wird Mitglied in der Jurisfiktion, einer Organisation, die dafür sorgt, dass innerhalb der Buchwelt alles mit rechten Dingen zugeht. Das ist in der realen Welt mehr oder weniger geheim und Thursday ist eine der wenigen realen Personen, die für die Jurisfiktion arbeitet. Sie organisieren unter anderem Austauschprogramme für Nebenfiguren, damit sie sich nicht zu sehr langweilen und für ihren eigentlichen Job motiviert bleiben. Miss Havisham aus Große Erwartungen ist ihre Mentorin und Marianne Dashwood aus Verstand und Gefühl von Jane Austen möchte immer, dass Thursday ihr Sachen aus der realen Welt mitbringt. (Bei den Dashwoods ist das Hauptquartier der Jurisfiktion.) Nach dem ersten Buch (Der Fall Jane Eyre) erlangt Thursday selbst einen ziemlichen Bekanntheitsgrad in der realen Welt und als ihre Geschichte aufgeschrieben wird, muss sie sich auch noch mit ihrem literarischen Ich auseinandersetzen. Die geschriebene Thursday tickt nämlich etwas anders als die reale Thursday.

Die Geschichten sind verrückt und spannend und dramatisch und lustig und ich kann sie unmöglich zusammenfassen oder angemessen beschreiben.  Es gibt Zeitreisen, Käsesteuer (und dementsprechend auch Käseschmuggel), fortgeschrittene Gentechnik, eine Schwerkraft-Schnellbahn durch den Erdmittelpunkt, erhöhte Zufälligkeits-Raten, das Fußnoten-Telefon und und und.

Zum Glück habe ich noch nicht alle Bücher aus der Reihe gelesen und kann mich noch auf zwei weitere Thursday Next Folgen freuen. Juhu!

Das letzte Buch, das ich von Jasper Fforde gelesen habe war »The Big Over Easy«.

1504 Jasper Fforde 2

The Big Over Easy ist ein Spin-Off der Thursday Next Reihe. (Auch wenn Herr Fforde es eigentlich vorher geschrieben hat.) Dort geht es um Verbrechen, die rund um Kinderbücher, -geschichten und -reime geschehen. Der Chef-Ermittler heißt Jack Spratt und in diesem Fall muss er den Tod (Unfall, Mord, Selbstmord?) von Humpty Dumpty aus Alice hinter den Spiegeln aufklären. Eines morgens liegt dieser nach einer Galaveranstaltung zerschmettert am Fuß seiner Lieblingsmauer. Vieles spricht für Selbstmord, aber als die unermüdliche Pathologin die über zweihundert Eierschalenteile wieder zusammensetzt, kann man ein Ein- und ein Austrittsloch erkennen. Wurde Humpty also doch hinterrücks erschossen? Im Laufe der Ermittlungen finden Jack Spratt und seine Assistentin Mary Mary heraus, dass viele Leute Grund gehabt hätten, Humpty Dumpty um die Ecke zu bringen. Die eigentliche Todesursache ist dann aber so gemein wie unerwartet. Ich bin immer noch entsetzt! Sowas kann sich nur Jasper Fforde ausdenken.

Die Empfehlung kam übrigens durch eine mir unbekannte Buchhändlerin in die Familie, als mein Bruder nach einem adäquaten Lesevergnügen zu »Fool on the Hill« von Matt Ruff gefragt hat. Ich würde mal sagen, da hat sie einen Volltreffer gelandet. Oder R. J. W.?

Jetzt habe ich so viel geschrieben und wollte doch nur sagen: LEST ALLE JASPER FFORDE!!!

P.S. Auf Herrn Ffords Internetseite kann man u.a. ein Interview lesen, welches Humpty mit dem Autor geführt hat 🙂

2 Kommentare

  1. Rainer Wagner sagt

    Yup, war ein Volltreffer!

    Der Dialog war damals in etwa so:

    Ich: „Ich suche ein gutes Buch, egal was, Hauptsache gut.“
    Buchhändlerin: „Irgendeinen Anhaltspunkt müssen Sie mir schon geben.“
    Ich: „Ok, mein Lieblinsbuch ist „Fool on the Hill“.
    Buchhändlerin: „Oha, schwierig!“

    Buchhändlerin: „Lassen Sie mich mal überlegen …“

    Gruß
    Rainer
    p.s. Seit wann benutzt Du meine Mittelinitiale 🙂
    p.p.s. Lest Alle „Fool on the Hill“!!!

    • Sabine sagt

      Hallo Rainer,

      das J. habe ich benutzt, damit Du auch sicher weißt, dass ich Dich meine 😉
      Ich ziehe Jasper Fford jederzeit vor Matt Ruff vor. Fool on the Hill und Ich und die anderen finde ich zwar auch toll, aber Bad Monkeys zum Beispiel habe ich nicht verstanden.
      Ich wünsche einen schönen Abend!

      Viele Grüße,
      Sabine

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